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Chronik

Aus der Bürgertheater-Gesellschaft Murnau, dessen Vorstand Josef Fürst war, entstand im Jahre 1902 durch seine Initiative das Murnauer Bauerntheater, das er als Gründer mit aus der Taufe hob. Am 20. Juli 1902 wurde das Volksstück „Der Dorflump“ von Hermann Haas zum ersten Mal gespielt und zum 20-jährigen Jubiläum am 10. 9. 1922 wiederholt. Mit großem Erfolg, wie aus den damaligen Aufzeichnungen zu ersehen ist. 1907 wurde von Murnauer Spielern auch das erste Theaterstück von Prof. Max Dingler „Die schöne Mirzl“ einstudiert. Unter seiner Regie wurden 1912 auch Bühne und Dekoration in der von Prof. Emanuel von Seidl 1905 erbauten Turnhalle erneuert. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden die Vorstellungen in der hölzernen Halle beim Griesbräu-Keller und 1903 im Postsaal statt. Ein zweites Mal konnte die Bühne im Jahre 1933 ausgestattet werden. Nach dem zweiten Weltkrieg war jedoch kaum noch etwas von den früheren Einrichtungen vorhanden, so dass das als Unterabteilung des TSV Murnau jetzt wieder gegründete Bauerntheater im Jahre 1954 auch in seiner Bühnenausstattung von vorne beginnen musste. Bis zum Jahre 1979 hielt sich das Murnauer Bauerntheater als Unterabteilung beim TSV, dann gehörte es als Original Murnauer Bauerntheater e.V. dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V. München, als Mitglied an. Seit dem Jahre 1954 werden nun vom Murnauer Bauerntheater in regelmäßigen Abständen Volksstücke zur Freude der einheimischen Bürger und auch der vielen Sommergäste aufgeführt. Bühnenbilder und Inventar wurden immer wieder erneuert und ausgebessert, zum einen von Herrn Ladislaus Vecsei und Herrn Ludwig Betzmeir, zum andern von den Spielern selbst. In den Jahren 1973 und 1977 ging das Murnauer Bauerntheater sogar auf „Tournee“ und erfreute die Patienten der Unfallklinik Murnau und der Klinik Höhenried. 1977 konnte man dann im Saal des neu erbauten Kurgästehauses Murnau das 75-jährige Jubiläum mit dem Volksstück „Der wundertätige Antonie“ von Richard Hanz und Jenny Dreher feiern. 1978 wurde das neue Kurgästehaus eingeweiht und das Theater bekam somit eine neue Heimat.

1979 gründeten die Mitwirkenden des Murnauer Bauemtheaters einen eigenen eingetragenen Verein mit dem Namen Original Murnauer Bauerntheater e.V.

1982 zum 8O-jährigen Jubiläum wurde von Stefan Schaich, unserem langjährigen Spielleiter, das romantische Volksstück „Die schöne Mirzl“ von Prof Max Dingler, neu einstudiert, das 1907 unter der persönlichen Regie des Autors uraufgeführt wurde.
Reinhold Vöth, der damalige Intendant des Bayerischen Rundfunks, war seinerzeit unter den Zuschauern. Ihm gefiel das Stück so gut, dass er einen seiner Regisseure beauftragte, mit dem Original Murnauer Bauerntheater Kontakt aufzunehmen. Vom 16. bis 18. November 1982 wurde „Die schöne Mirzl“ unter der Regie von Andreas Lippl vor Publikum in der Fernsehfassung aufgezeichnet. Für alle Spieler und Mitwirkenden bedeutete dies eine große Herausforderung und ein enormes Stück an Fleiss, Schweiss und Konzentration, bis alles auf Zelluloid gebannt war. Das Bayerische Fernsehen strahlte das Stück am 26. Juni 1983 um 19 Uhr aus, was uns alle mit Freude und Stolz erfüllte und natürlich auch unserem bayerischen Heimatdichter Max Dingler zur Ehre gereichte.
Es folgten Jahre, in denen jeweils zwei bis drei Stücke einstudiert und gespielt wurden.

1986 verstarb plötzlich unser langjähriger Spielleiter und Spieler Stefan Schalch. Franz Fischer übernahm seinem Sinne die Spielleitung. Am 24. Oktober 1992 feierten wir unser 9O-jähriges Bestehen mit der Jubiläumsaufführung „Lenz, wo bleibst denn?“ von Ulla Kling.
1994 wurde der Verein Mitglied im „Verband Bayer. Amateurtheater e.V.“. Im Mai 1998 verließ Franz Fischer als Spielleiter und Spieler mit einigen anderen Spielern das Original Murnauer Bauerntheater. Sie gründeten einen eigenen Theaterverein.
Rückschauend vergingen die Jahre mit vielen Proben und Vorbereitungen, denen schöne, erfolgreiche Aufführungen folgten, womit wohl einer großen Schar von Zuschauern viel Freude bereitet wurde. So blicken wir also heuer mit Stolz auf eine insgesamt l00-jährige Tradition zurück.


Aus diesem Anlass ist wieder ein Stück von Prof. Max Dingler einstudiert worden, das den Titel trägt: „Der rote Rucksack“. Unter tatkräftiger Mithilfe der Marktgemeinde Murnau, die dankenswerter Weise ihren Beitrag zu unserem Jubiläum geleistet hat und intensiver Mitarbeit der Handwerker und Spieler aus den eigenen Reihen, sowie einem enorm großen Probenaufwand der Spieler, haben wir es geschafft, ein wirklich eindrucksvolles Jubiläumsstück präsentieren zu können

 

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